It was a sharp and thorny night

Autor: CS

Totenschein

Totenschein

Es ist eine Weile her, seit ich etwas auf diesem Blog veröffentlich habe, geschweige denn auf eine neue Veröffentlichung hinweisen konnte. Zeit also, beides zu ändern.

Totenschein
Foto von Tanja Karmann (2020)

Wer mich ein bisschen kennt, weiß vielleicht, dass ich meine ersten Gehversuche als Autor in sogenannten Fanzines gemacht habe. Ganz losgelassen hat mich die Begeisterung für selbstgemachte Publikationen in kleiner Auflage nie, und so freut es mich um so mehr, dass ich kürzlich wieder bei einer dabei sein konnte. Meine liebe Kollegin Tanja Karmann und ich haben den TOTENSCHEIN ersonnen. In echtem Zeitungsdruck präsentieren wir zwei schaurig-schöne, düstere Märchenadaptionen (eine von Tanja, eine von mir), zusammen mit etwas „Bonusmaterial“.
Warum wir aus dem Thema „Märchen“ ausgerechnet eine „Zeitung“ gemacht haben, ergibt sich aus der ersten der beiden Geschichten. Die Form hat durchaus etwas mit dem Inhalt zu tun.

Ich finde, das Ergebnis ist schön geworden, aber ich bin natürlich befangen. Doch auch Michelle Gyo, fand in Folge 2 des Phantastik Brunch Podcasts lobende Worte für uns, was uns ein bisschen stolz macht.
Wir hatten uns schon sehr darauf gefreut, unsere kleine Zeitung auf Conventions und Messen anzubieten. Auf dem Weltenwerker Konvent 2020 präsentierten wir unser Gemeinschaftsprojekt erstmals der Öffentlichkeit, doch seitdem finden keine Veranstaltungen mehr statt. So liegt auch der TOTENSCHEIN bei uns zuhause rum—und nicht bei Euch, wo er hingehört!

Für 4,20 EUR inklusive Porto und Verpackung schicken Tanja oder ich Euch einen TOTENSCHEIN nach Hause (oder in die Gruft), gerne auch signiert. Schreibt mir doch einfach bei Interesse: carsten[ät]carstenschmitt.com

Phantastik — Flucht oder Ausbruch?

Ich gebe zu, wenn ich derzeit einen Blick auf die Nachrichten werfe, verzweifele ich oft. Ich frage mich, ob die Menschheit endgültig übergeschnappt ist. Dinge, die ich in meinem (zugegeben privilegierten) Leben lange als gegeben erwarten konnte, werden in Frage gestellt. Die demokratische Grundordnung in Deutschland etwa, wenn „normale“ Parteien sich ernsthaft Gedanken darüber machen, ob und, wenn ja, wie sie mit Faschisten kooperieren können. Weltweit müssen wir zusehen, wie die Menschheit vor der größten Aufgabe der heutigen Zeit, dem menschengemachten Klimawandel, mit allen ökologischen, sozialen und politischen Folgen, zu versagen scheint.
Teile der politische Kaste, die lange die angebliche Gleichgültigkeit der jüngeren Generationen beklagte, machen das Engagement von Kindern und Jugendlichen verächtlich, behandeln sie mit Herablassung, oder halten es gar für nötig, sich an einer Teenagerin aus Schweden abzuarbeiten, anstatt einmal zuzuhören (wirklich zuzuhören!), was sie sagt.
Ist tatsächlich alles schlimmer geworden, als „früher“? Dreht die Welt sich schneller, oder bin ich mit zunehmendem Alter einfach langsamer geworden und verstehe die Welt nicht mehr, in der ich lebe? Darauf gibt es keine einfachen Antworten. Ich weiß nur, dass wegschauen keine Lösung ist. Ständiges Hinschauen aber ertrage ich ebenso wenig.
Als ich, zusammen mit meinen Freunden der „Saarphantasten“, einem losen Zusammenschluss von Phantastik-Autor*innen aus meiner saarländischen Heimat, letztes Jahr in der Stadtbücherei in St. Ingbert eine gemeinsame Lesung hatten, schlossen wir den Abend mit folgenden Worten. Ich möchte sie an dieser Stelle noch einmal wiedergeben. Mir hilft der Grundgedanke, der darin steckt, und vielleicht geht es Euch ähnlich.

Der Phantastischen Literatur wird oft vorgeworfen, sie sei nur eine Flucht vor der Realität, also reiner Eskapismus.
J.R.R. Tolkien sagte dazu, die Einzigen, die Angst vor Eskapismus hätten, seien die Gefängniswärter.
Michael Moorcock, ebenfalls Fantasyautor und bekennender Tolkien-Kritiker, erwiderte: Wärter fürchten nicht den Eskapismus, sondern den Ausbruch.
Wir glauben, beide hatten Recht. Wenn wir Euch heute Abend etwas Erholung von der Welt da draußen verschaffen konnten, haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht. Doch wir würden uns freuen, wenn ihr die gewonnene Energie nutztet, um auszubrechen. Auszubrechen aus dem Trott, in dem es scheint, als könne der Einzelne nichts ändern, weder an der eigenen Situation, noch an der Welt um uns herum.
Die Phantastik inspiriert uns, uns andere Welten zu erdenken, und die Realität nicht als unveränderbar hinzunehmen.
Wenn ihr also morgen, hoffentlich etwas erholter, aufsteht, überlegt Euch, was ihr ändern könntet: Seid ohne Grund nett zu einem Fremden. Widersprecht, wenn Andere—bewusst oder unbewusst—Hass und Angst in unserer Gesellschaft schüren. Oder stellt Euch an die Seite der für den Klimaschutz streikenden Schülerinnen und Schüler.
Was auch immer, lasst Euch nicht sofort wieder vom Trott der Realität unterkriegen.

Saarphantasten, st.ingbert, 2019

When We Were Shortstoryless

Eine deutsche Science-Fiction-Autorin wird in LOCUS geehrt… und keiner kriegt’s mit.

Im März wird es kriminell phantastisch

Hallo Welt!

Wow! Du wirst einmal sagen können, dass Du dabei gewesen bist, als der erste Beitrag auf diesem Blog live ging.
Danke für Deinen Besuch und schau doch später noch einmal vorbei!

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