Fictioneer & Futurist

Category: Totenschein Page 1 of 2

Die falsche Zeit, der falsche Ort

Beim Schreiben, vielmehr beim Veröffentlichen, spielt Glück eine entscheidende Rolle. Die richtige Idee, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Und manchmal, ja, manchmal geht das schief. Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

Eine Beinahe-Nominierung

Letztes Jahr schickte mir ein befreundeter Science-Fiction-Fan eine Nachricht vom WetzCon in Wetzlar. Die Nachricht lautete: „Nominiert für den nächsten DSFP. Gratulation, Carsten!“

Bild einer Powerpoint Präsentation auf der drei nominierte Titel für den Deutschen Science Fiction Preis abgebildet sind. Ganz rechts, „Das Lethe-Quantum“ von Carsten Schmitt

Nominiert war meine Story „Das Lethe Quantum“ (erschienen in NOVA #34) in der Kategorie „Beste Kurzgeschichte“.

Mir wurde sofort heiß und kalt. Ich rief besagten Freund an und ließ mir den Sprecher des Preis-Kommitees für den Deutschen Science Fiction Preises (DSFP) geben. Denn… die Geschichte hätte gar nicht nominiert werden dürfen.

Warum? Die Satzung des DSFP besagt eindeutig, dass ein nominierter Text eine deutsche Originalveröffentlichung aus dem Vorjahr der Preisverleihung sein muss. Bei „Das Lethe-Quantum“ handelt es sich aber um die deutsche Übersetzung von „Lethe’s Share“, die 2018 bei Taos Toolbox entstanden und 2021 schließlich in Kanada (und danach noch in ein paar anderen Ländern und Sprachen) veröffentlicht wurde. Das heißt, die Originalversion der Story ist weder auf Deutsch geschrieben noch zuerst veröffentlicht worden.

Ich hatte nie ein Geheimnis aus der Entstehungsgeschichte gemacht und die Tatsache, dass die Geschichte nicht nominiert werden könne, bereits in einem Forum erwähnt, doch ich konnte natürlich nicht erwarten, dass das alle wussten. Ich war davon ausgegangen, dass es im Impressum des Magazin erwähnt wurde. Wurde es aber nicht.

Im Nachhinein sagte man mir, dass vielleicht eine Ausnahme möglich gewesen wäre, wenn die deutsche Übersetzung zuerst erschienen wäre, denn wer prüft schon, in welcher Sprache ein Autor seinen Entwurf verfasst? Da aber nun gute 4 Jahre zwischen dem Erscheinen des Originals und der deutschen Veröffentlichung lagen, konnte das niemand (ich eingeschlossen) guten Gewissens durchwinken.

Die Geschichte wurde von der Nominierungsliste gestrichen. Schade irgendwie, denn ich mag die Story nach wie vor und habe mich über diese Anerkennung gefreut. Hätte ich mich mal besser gleich an eine deutsche Übersetzung gemacht … 

Hollywood, na ja, zumindest Netflix

Für die Totenschein-Lesung 2024 schrieb ich eine kleine, nun man könnte sagen „Endzeit“-Story mit dem Titel „Das Letzte Haus“. (Sie ist übrigens auch in der aktuellen Ausgabe #6 enthalten.) Ich finde, es ist eine gute Geschichte. Ich habe sie bislang zweimal erfolgreich auf Lesungen vorgetragen. Letztes Jahr entschied ich mich, sie ins Englische zu übertragen. Ich gönnte mir ein professionelle Lektorat durch eine befreundete, muttersprachliche Lektorin. Dummerweise hatte ich dann aber noch eine Menge anderen Kram um die Ohren, und wollte doch noch ein paar kleinere Änderungen vornehmen, bevor ich sie auf die „Reise“ durch die „slush piles“ der englischsprachigen Publikationen schickte. Großer Fehler.

Gestern schaute ich bei Youtube vorbei und finde auf der ersten Seite einen Trailer für einen Netflix-Film namens „The Last House“. Und auch wenn es nicht exakt dieselbe Story ist (der Trailer deutet gegen Ende eher auf einen Monsterfilm hin), sind doch verschiedenen Ideen, Bilder und Vibes ähnlich genug, dass ich denke, dass damit die Chancen einer Veröffentlichung meiner Story gerade in den Minusbereich gerutscht sind.

Falsche Zeit, falscher Ort. Oder anders ausgedrückt, Scheiße passiert.

Lesung: „Illitera“ Illingen am 13.10.2024

Am Sonntag, den 13. Oktober lese ich zusammen mit Germain Paulus in Illingen. Es wird mal wieder gruselig.

„Gruselpicknick“-Nachlese

Meine Kollegin Tanja Karmann und ich haben schon manche gemeinsame Veranstaltung und Lesung bestritten. Die erste fand in der wunderschönen Kapelle des Leipziger Südfriedhofs statt (anlässlich des Erscheinens der Anthologie DER UNMÖGLICHE MORD zur Leipziger Buchmesse 2019).

Mit unserer 13. gemeinsame Lesung kehrten wir zu unseren Wurzeln zurück.

Am 26. April 2024 luden wir, dank der Gastfreundschaft des Altsaarbrücker Stadtteilbüros, zu einer Freiluftlesung auf den Alten Friedhof von Alt-Saarbrücken. Auf dem seit Jahrzehnten aufgelassenen Friedhof finden sich noch Grabstätten, die bis zu 200 Jahre alt sind. Heute ist die Fläche zu großen Teilen in einen schönen Park mit altem Baumbestand umgewandelt. Es befinden sich dort eine Kindertagesstätte, ein Spielplatz und ein sogenanntes Freiluft-Klassenzimmer, wo ein paar Bänke in einem Rund stehen und sich hervorragend für unsere Lesung eigneten. (Nur damit niemand denkt, wir hätten unsere Picknickdecken auf den Gräbern ausgebreitet!)

Gegen 19 Uhr holten wir die Zuhörerinnen und Zuhörer am Hauptportal des ehemaligen Friedhofs ab und spazierten entlang einer Reihe besonders schöner Orte, wo Tanja und ich im Wechsel die erste Geschichte lasen.

Im „Freiluftklassenzimmer“ angekommen, versorgte sich das Publikum mit Getränken und Snacks, die entweder mitgebracht und eifrig geteilt wurden, oder gegen eine geringe Spende von den Vertreterinnen des Stadtteilbüros erworben werden konnten.

Wie immer, wenn man etwas Neues ausprobiert, läuft nicht alles sofort rund und man lernt dazu. Der Wind spielte mir Streiche mit den Blättern meines Lesemanuskript und irgendwann mussten wir auf die mitgebrachte Mikrofon-Verstärkerkombination wechseln, damit alle im Publikum uns gut verstehen konnte. Diese Kleinigkeiten taten dem schönen Abend aber keinen Abbruch und wir waren am Ende zufrieden. Die Rückmeldungen aus dem Publikum waren ebenfalls positiv und auch die Vertreterinnen des Stadtteilbüros bekundeten sogleich Interesse an einer Wiederholung der Veranstaltung.

Die Freiluftlesung auf dem Friedhof war auch ein Experiment in anderer Hinsicht: Die Veranstaltung war kostenlos, Verpflegung und Getränke durften mitgebracht werden, und auch Tanja und ich erhielten kein Honorar, sondern wir ließen am Ende stilecht einen Hut Zylinder herumgehen. Langfristig können solche Experimente nur funktionieren, wenn das Publikum mitmacht. Denn so schön es ist, Kultur kostenlos anzubieten, so ist sie doch nicht ohne Kosten für diejenigen, die sie machen.

Doch nun, unsere „Playlist“:

  • „St.-Peters-Friedhof“ (Gedicht) von Georg Trakl, gelesen von Tanja
  • „Fünf Lilien“ (Totenschein #4) von Tanja Karmann, gelesen von Tanja & Carsten
  • „Totenpost“ (Totenschein #2) von Carsten Schmitt
  • „Ein Haus voller Liebe“ (Totenschein #2) von Tanja Karmann
  • „Walpurgisnacht“ (Gedicht) von Willibald Alexis, gelesen von Carsten

Termine ’24: Second Life, Gruselpicknick und Höllenkeller

Ich bin arg faul geworden, was meinen Blog betrifft. Man sehe es mir nach.

Zumindest gibt es aber bereits einige neue Veranstaltungs- und Lesungstermine für 2024 zu verkünden.

Die verflixte 13. Lesung

Es hätte dritte TOTENSCHEIN-Veranstaltung innerhalb von sechs Wochen werden sollen, und die 13. gemeinsame Lesung von Tanja Karmann und mir. 

Die Unglückszahl, so dachten wir, passt gut zu unserem TOTENSCHEIN-Gruselprojekt und so hatten wir uns dafür etwas Besonderes ausgedacht. Zum ersten Mal luden wir einen Gast zum Totentanz—den Leipziger Autor Boris Koch. 

Zwei gemütliche rote Ledersessel vor einem Kamin mit Kerzen und Mikrofonständern

TOTENSCHEIN-(Nach-)Lesung

Wow! Drei TOTENSCHEIN-Lesungen in sechs Wochen, und zwei davon waren (bzw. sind) ausverkauft. Hier die Nachlese zur Lesung traditionellen Lesung in der Bakerstreet, inklusive Ankündigung fürs nächste Jahr!

Termin: Gruseln im Grünen ausverkauft

Vor wenigen Tagen berichtete ich erst über Tanja Karmanns und meinen Ausflug nach Bad Salzuflen, um bei Uwe Voehls „Gruseln im Grünen“ zu lesen.
Uwe hatte uns bereits vorgewarnt, nun ist es so gekommen: „Gruseln im Grünen“ ist ausverkauft! Wir sind ganz aus dem Grüftchen!

Nominierung: TOTENSCHEIN 2 für den Vincent-Preis vorgeschlagen!

Der TOTENSCHEIN, die Grusel-Zeitung von Tanja Karmann und mir, ist für den Vincent-Preis 2021 vorgeschlagen.
Die Auszeichung für Horror-Literatur wird von den Mitgliedern des Phantastik-Literatur-Forums vergeben.
Zusammen mit dem TOTENSCHEIN sind bislang noch 46 weitere Werke in der Kategorie Anthologien/ Magazin/ Sachbuch vorgeschlagen, darunter einige hochkarätige Namen. Daher rechne ich nun nicht ernsthaft mit einem Gewinn, freue mich aber ehrlich, dass wir es schon mit unserer zweiten Ausgabe überhaupt auf die Vorschlagsliste geschafft haben. Dabei sein ist alles – ja, das gilt auch beim Horror. 😉

Schauerliste November 2021

Kein Preis, aber eine Art fortlaufende Empfehlung für Horror und dunkle Phantastik ist die „Schauerliste“, die – wenn ich das richtig verstanden habe – ebenfalls von den Organisatoren des Vincent-Preis zusammengestellt wird. Der TOTENSCHEIN ist in der November-Ausgabe vertreten:

Eine außergewöhnlich charmante Zeitung im Stil der Penny Sheets, mit Überschriften in gotischem Font und prä-ausgeblichener Optik.

https://vincent-preis.blogspot.com/2021/10/schauerliste-november-2021.html
Totenschein Nr. 2 Titelseite

Veröffentlichung: TOTENSCHEIN 2

Vor fast zwei Jahren hatten Tanja Karmann und ich die Idee, zwei unserer Gruselgeschichten in Form einer Zeitung, dem TOTENSCHEIN, zu veröffentlichen. Dieser Tage ist die zweite Ausgabe unseres Projekts erschienen.

Neues im September 1: TOTENSCHEIN LIVE (15.10.20)

Es hat sich ein bisschen was getan, in den letzten Wochen. Weil ich aber im Urlaub war und so wirklich komplett und von allem (soweit das geht) abschalten wollte, habe ich es bisher versäumt, darauf hinzuweisen: Daher nun die Ankündigung zur *Trommelwirbel* TOTENSCHEIN-LESUNG im Theater „Blauer Hirsch“ am 15. Oktober 2020, in Saarbrücken!

Page 1 of 2

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén

English